The holistic me

Hard-Tubing PC Build | Corsair Crystal 460X „Galactic Empire“ (Star Wars)

Hallo Zusammen 🙂

Alexandra war so freundlich mir in Ihrem Blog einen Platz für diese Review zu meinem selbstgebauten Gaming-PC zu gewähren. Ich wünsche viel Spaß damit ^-^!

Als großer STAR WARS-Fan hatte ich mir als Thema „Galactic Empire“ überlegt, obwohl ich mich von der Gesinnung her eher auf der hellen Seite der Macht sehe 😉 ! Aber wie jeder weiß, hat die Darkside nun mal Cookies…
Die erste Frage die man sich vor einem PC-Build normalerweise stellt ist: welches Gehäuse verwende ich? Meine Wahl fiel hierbei auf das „Chrystal 460X“ der Marke Corsair. Hierbei handelt es sich um ein MIDI-Tower Gehäuse, welches mit ca. 160€ im mittleren / oberen Preisbereich angesiedelt ist. Ich habe dieses Case vor allen Dingen aus zwei Gründen für mein Projekt ausgewählt: Erstens aufgrund der Tatsache, dass eine Seite fast vollständig aus Glas besteht und man somit sehr gut ins Innenleben schauen kann. Das Glas verleiht dem ganzen obendrein ein edles Design. Zweitens aufgrund der kompakten Abmessungen, sodass im Zuge meines Projektes das komplette Innere fast gänzlich gefüllt werden konnte, was sich meiner Ansicht nach positiv auf die Gesamtoptik des Systems auswirkt. Die Festplatten wandern in diesem Gehäuse komplett auf die nicht sichtbare Rückseite, wodurch die optisch sehr unschönen Festplatten-Käfige wegfallen. Schön fand ich außerdem die drei RGB-Lüfter in der Front. Sie stellen eine gute Ausgangsbasis für die Belüftung dar und wurden von mir noch durch drei weitere Lüfter desselben Typs ergänzt.

Es war das erste Mal überhaupt, dass ich einen Rechner von der Pike auf komplett neu aufgebaut habe (zuvor habe ich immer nur einzelne Komponenten wie Mainboard, CPU und GPU getauscht). Zugegeben: verwendet man nur Luftgekühlte Komponenten, so muss man sich hier ohnehin nicht viel Wissen anlernen. Schwieriger wird es, wenn das erklärte Ziel (so wie bei mir) ein wassergekühltes System vorsieht. Glücklicherweise bietet das Internet ein umfangreiches Repertoire an hilfreichen How-To’s und Anleitungen, welche mich Schritt für Schritt in die Materie der Wasserkühlung einführten.
Der zweite Schritt war dann mein Wunschsystem samt aller dafür benötigten Komponenten zusammen zu stellen. Hierbei galt es auch immer genau abzuschätzen, ob die Komponenten denn überhaupt in das platzmäßig doch recht beschränkte Gehäuse passen würden. Beispielsweise konnte ich bei Verwendung des großen 360er Radiators in der Front nur noch einen sehr kleinen Ausgleichsbehälter samt Pumpe aussuchen, der von der Höhe her unter der Grafikkarte Platz findet. Zur Erklärung: der Radiator ist der Teil des Systems, welcher das erwärmte Wasser herunterkühlt. Der Ausgleichsbehälter sorgt dafür, dass der Druck auf die Leitungen gleich bleibt, da sich ja Wasser bei Erhitzung ausdehnt. Außerdem erleichtert er das befüllen und entlüften des Wasserkreislaufes.

Hardtubes: Ausgleichsbehälter -> GPU

Der Wunsch nach einem Rechner mit Wasserkühlung entstand in erster Linie dadurch, dass ich ein möglichst leises System mit einer sehr guten Optik bauen wollte. Besonders beeindruckend finde ich hierbei solche Builds, in welchen für die Wasserleitungen keine Schläuche, sondern Rohre, sogenannte „Hard-Tubes“, verwendet werden. Als Material für die Rohre kann hierbei beispielsweise Kunststoff (PETG), Acryl oder Kupfer verwendet werden, wobei ich mich für ersteres entschied, da diese Variante zum einen natürlich durchsichtig ist (sieht mMn am besten aus) und zum anderen die Verarbeitung leichter fällt. Die Röhren müssen auf die richtige Länge zugeschnitten und anschließend gebogen werden. Das geschieht durch Erhitzung mit einer Heißluftpistole. Sobald die Röhre abkühlt, erhärtet das Material wieder. Die größte Schwierigkeit besteht darin, die Röhren jeweils an der richtigen Stelle zu biegen, da sich das nur schwer ausrechnen lässt und ich somit fast ausschließlich auf Augenmaß angewiesen war. Hierbei hat man im Gegensatz zu Schläuchen nur sehr wenig Spielraum, denn die Tubes sollen am Ende natürlich nicht krumm im Anschluss stecken, andernfalls wäre das System am Ende noch undicht (Wasser + elektrische Geräte = nicht gut!).

Hardtubes: GPU -> Radiator 1 -> CPU -> Radiator 2 -> Ausgleichsbehälter

Neben dem biegen der Hard-Tubes war die Verkabelung des Rechners die größte Herausforderung. Denn das Ziel von mir war ganz klar, einen sehr aufgeräumten Innenraum zu kreieren. Das erforderte natürlich, fast den kompletten Kabelsalat auf der Rückseite des Gehäuses zu verlegen. Und hier gibt es, wie auch im Rest des Gehäuses, nur extrem wenig Platz. Wie es sich bei solch einem Build gehört, sollten vorne ausschließlich gesleevte Kabel zum Einsatz kommen. Beim sleeven wird um ein Kabel ein meist farbiger und blickdichter Stoff gelegt: dass erhöht die Optik der „ordinären“ Kabel enorm. Es besteht zwar grundsätzlich die Möglichkeit, alle Kabel selber zu sleeven, allerdings ist das extrem viel Aufwand und hat Folgenden Nachteil: wenn ich beispielsweise alle Kabel, die aus dem Netzteil kommen, sleeve und das Netzteil dann irgendwann kaputtgeht, dann war der ganze Aufwand umsonst und man fängt wieder von vorne an. Deshalb entschied ich mich für die Alternative: bereits vorgesleevte Kabel-Verlängerungen. Diese lassen sich immer wieder verwenden und müssen nicht in mühseliger Kleinstarbeit zusammen gepfriemelt werden. Der Nachteil: man muss zusehen, dass man nicht nur das Original-Kabel, sondern auch die gesleevte Verlängerung im Gehäuse unterbringt, was natürlich nochmal ordentlich Platz kostet.

Rückseite des Gehäuse ohne Abdeckung / Verkabelung

Farblich wollte ich mich natürlich weitestgehend am Galaktischen Imperium orientieren, daher dominiert klar schwarz und rot. Je nach Stimmung und um etwas Abwechslung zu schaffen, kann ich die Farbe einzelner Komponenten aber Dank der RGB-Steuerung jederzeit anpassen. Die GPU-Backplate mit dem Logo des galaktischen Imperiums bestellte ich bei einem amerikanischen Unternehmen, welches sich auf Custom-Backplates spezialisiert hat (V1 Tech), ebenso wie das PSU-Sidecover.

GPU Backplate
Weiß + Rot
Blau (mit Frontscheibe)
Grün (mit Frontscheibe)
Gelb (mit Frontscheibe)

Als weiteres optisches Highlight wollte ich unbedingt eine STAR WARS Action-Figur im Gehäuse unterbringen. Der einzig verbleibende Platz dafür war zwischen PSU-Cover und Grafikkarte. Die Figur sollte natürlich nach Möglichkeit nicht zu klein ausfallen. Nach etwas Recherche entschied ich mich für ein Stormtrooper-Model des japanischen Herstellers S.H. Figuarts. Dank der sehr beweglichen Gelenke kann man die 15 Zentimeter große Figur prima in eine kniende Position bringen, wodurch es platztechnisch auch passt.

Stormtrooper von S.H. Figuarts

Insgesamt gestaltete sich der Bau als wesentlich mühseliger und zeitraubender, als zunächst angenommen. Das lag aber in erster Linie auch an meiner fehlenden Erfahrung und an der Tatsache, dass ich mich handwerklich als eher unbegabt einschätze ;)! Es galt einige Probleme zu überwinden, aber am Ende profitierte ich klar von meiner guten Vorbereitung und Recherche. Hier und da hätte der Build noch etwas schöner werden können (beispielsweise sind die Tubes nicht perfekt geworden). Nichts desto trotz bin ich mit dem Endergebnis weitestgehend zufrieden.

Die einzelnen Komponenten im Überblick:

Corsair Crystal X460 (B-Ware, nahezu perfekter Zustand aber geringer Preis) – 127,54
Corsair SP120 RGB Gehäuselüfter x 3 – 52,24
Nvidia GTX 1080 Founders Edition + HEATKILLER IV Waterblock (gebraucht)- 600,00
MSI Tomahawk B350 – 80,00
AMD Ryzen 5 1600X CPU (gebraucht)- 200,00
HyperX 16 GB DDR4 RAM (gebraucht) – 120,00
EK Water Blocks EK-XRES 100 Revo D5 – 129,90
EK Water Blocks EK-UNI Pumpenhalterung – 6,90
EK Water Blocks EK-AF Verlängerung 6mm M-M G1/4 – 2,90
Innovatek Protect IP 1 Liter Kühlflüssigkeit – 12,90
PHANTEKS Verlängerungskabel-Set schwarz/rot sleeved – 24,90
XSPC EX360 Low Profile Radiator – 65,03
XSPC EX120 Low Profile Radiator – 45,00
XSPC PETG Tube 14/10mm 50cm 2er Pack x 5 = 24,50
XSPC Anschluss G1/4 auf 14mm Hard-Tube x 8 = 31,20
XSPC Anschluss G1/4 auf 14mm Hard-Tube 90 Grad Winkel x 4 = 35,60
XSPC T-Adapter G1/4 – 5,90
XSPC Absperrhahn mit 2x G1/4 – 11,90
XSPC Steckanschluss 1/4 auf 10mm – 1,90
XSPC RayStorm V3 CPU-Kühler RGB – 59,90
OCZ Agility 3 120GB SSD – 69,00
Seagate Firecude 2.5 Zoll Festplatte 2TB – 83,00
Corsair VS550 PSU – 44,99
Nanoxia RGB LED Band 30cm x 2 = 34,12
Nanoxia Frontpanel Verlängerung sleeved – 8,95
RGB 4 Pin Y-Kabel – 3,99
Molex 4-fach Verteiler Lüfteranschlusskabel (5V Betrieb) x 3 = 6,90
KabelDirekt Kabelschlauch Neopren 2m – 6,99
MDPC-X Schrumpfschlauch – 1,90
S.H. Figuarts Stormtrooper – 58,00

Ergibt einen Gesamtpreis von knapp 1.956,00€, wobei ich hierbei das Zubehör, welches ich für den Bau verwendet habe, bewusst weggelassen habe (das waren auch nochmal ca. 50€). GPU und CPU, also die beiden teuersten Komponenten, habe ich zudem gebraucht erstanden. Die 120 GB SSD stammt noch aus meinem alten PC, der Vollständigkeit halber habe ich diese aber trotzdem einmal mit einem aktuellen Preis mit in die Liste aufgenommen.

Es handelt sich hierbei leistungstechnisch freilich nicht um die absoluten High-End Komponenten. Mein Ziel war es aber auch nicht, neue Benchmark-Rekorde aufzustellen, sondern ein Preis-/Leistungs- effektives, leises und optisch ansprechendes System zu bauen, mit dem ich die nächsten 2-3 Jahre gut fahren werde, bevor ich mir um neue Komponenten Gedanken machen muss.
Nach den ersten Testläufen war ich mit der Performance des Rechners mehr als zufrieden, insbesondere die Temperaturen von CPU und GPU bewegen sich auch unter Last bei ca. 50-60 Grad. Somit habe ich Leistungstechnisch noch Luft nach oben. Die Lüfter habe ich dabei mittels Adaptern allesamt auf 5V-Betrieb eingestellt, wodurch das gesamte System flüsterleise läuft. Im 12V-Betrieb wären sicherlich noch bessere Temperaturen möglich, aber man holt sich keine Wasserkühlung um dann hinterher eine laute Turbine zu betreiben…

Ich hoffe, euch hat diese kleine Review gefallen :)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.